Kulturelle Unterschiede – 24.10.2008

Mal wieder in der Turnhalle. Der Umgang der Afrikanerinnen mit ihren Kindern ist schon mal ganz anders als bei uns in Europa. Wenn die Kinder schreien, dann schreien sie eben. Ich finde es meistens nicht besonders sinnvoll mit schreienden Kindern zu arbeiten. Meine Taktik ist also, erst mal selbst versuchen zu beruhigen und sonst der Mutter geben. Damit mein ich eigentlich, das Kind in den Arm nehmen und beruhigen. Hier ist die ultimative Gegenmittel zum Geschrei die Brust. Egal was ist, wenn das Kind schreit packt die Mutter ihre Brust aus und steckt sie dem Kind in den Mund. Dabei kann das Kind grad in jeder moeglichen Position sein, z.B. im “standing frame”, also stehend. Sehr gewoehnungsbeduerfig und manchmal muss ich mir ein Schmunzeln echt verkneifen.

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Musik – 23.10.2008

Musik

Die Chancen stehen gut, dass ich am Samstag endlich mal wieder ein bisschen neue Musik bekomme. Nachdem mein mp3 Player sich von meiner Musik bis auf 160 von 660 verabschiedet hat, hoere seit ungefaehr ‘nem Monat ziemlich die gleiche Musik. Zum Glueck sind mir best of Patrice, Nosliw und Seeed erhalten geblieben. Und natuerlich die Peppers. Jetzt hoer ich meistens die ganze Liste rauf und runter. So kommt’s dann auch, dass auf einmal die Klaenge der Oache Brothers durchs Haus stroemen und mir erzaehln wie “schee der Sommer” war. Und dass der Schnee bald kommt. Alles klar…

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Kleine Anekdoten aus dem Alltag in Malawi – 21.10.2008

“Habe die Ehre liebe Sprachbarriere…”

Gestern war’s mal wieder super witzig in der Turnhalle. Es gibt ja doch oefters mal Verstaendigungsprobleme. Da bin ich immer besonders froh, wenn eine Mutter oder sogar ein Kind englisch kann. Das ist wirklich sehr selten. In Chichewa, neben englisch die offizielle Landessprache, gibt es keinen Unterschied zwischen “l” und “r”. Das “r” wird also immer als “l” gesprochen. Das hat schon oefter fuer Verwirrung gesorgt wenn ich z.B. eine “Gladys Therere” gerufen habe und sich keiner gemeldet hat. Einer der Volunteers hat mir dann gesagt, dass es “Thelele” heisst. Na toll. Aber mit den “l’s” ist man auf der sicheren Seite.
Zurueck zu gestern…ich also froh, dass die Mutter von Devon englisch spricht. Frag’ sie wie’s daheim so laeuft und fass den Jungen an. Er hat ziemlich geglueht und nachdem sie u.a. auch Malaria erwaehnt hat hab’ ich das angesprochen: “Oh he’s glowing!” woraufhin ich als Antwort bekam:”Oh yes, he eats well” ??? Okay then…
Hab’s nicht gleich gecheckt aber dann war’s sau witzig.

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Gefuehlschaos – 20.10.2008

Gefuehlschaos! Ausnahmsweise sind mal nicht die Maenner schuld…
Die letzte Woche war ein einziges auf und ab. Die Zukunft des Projekts hier ist sehr ungewiss. Letzte Woche wurde mein bisheriger Chef entlassen und fliegt morgen zurueck in die USA. Erst mal fuer 30 Tage “home leave”. Am 4 November kommen 2 Leute aus der Zentrale in Oklahoma City. Es ist ein letzter Versuch zu einer Einigung zu kommen. Falls die Verhandlungen zwischen FTC Malawi und FTC international scheitern ist abzusehen, dass FTC international die Foerdermittel streicht. Momentan arbeite ich also ausschliesslich fuer FTC Malawi. Ich fuehle mich unwohl und jeden Tag neu mit meinem Gewissen konfrontiert. Ich bin im Moment nur noch hier, weil die Kinder immer noch genauso arm dran sind wie vorher und genauso dringend Physiotherapie benoetigen. Mein innerer Konfikt ist sehr gross. Soll ich fuer ein absolut korruptes Management arbeiten und ignorieren, dass .es auf kosten der Kinder handelt. Oder soll ich ein Zeichen setzen und meine Sachen packen. Aber was fuer ein Zeichen waere das. Die Kinder waeren dann ohne Physiotherapie. Ich haette das Gefuehl sie und auch meine Kollegen im Stich zu lassen. Es ist ein fortwaehrendes fuer und wieder.
Am Wochenende hab’ ich nach langem ueberlgen beschlossen mindestens bis zum 4.November hier zu bleiben. Bryce (mein bis vor kurzem noch Chef) orgnaisiert ein Treffen mit den 2 Leuten aus der Zentrale fuer mich. Dann erfahre ich aus erster Hand was Sache ist und werde dann entscheiden.
Es ist wirklich total nervenaufreibend nicht zu wissen was los ist. Aber fuer mich ist es ja noch am leichtesten. Im schlimmsten Fall hoer ich halt frueher auf zu arbeiten als geplant und ueberleg mir dann was ich mach. Ich koennte z.B. nach Zambia reisen und mir doch noch die Victoria Falls anschauen. Das hoert sich super an, aber nicht, wenn ich eigentlich ueberhaupt keine Lust hab’ zu reisen. Mir gefaellt’s hier in Blantyre wirklich gut und ich kenn inzwischen auch schon jede Menge Leute. Ich faend’s sehr schade hier frueher als geplant weg zu muessen. Wenn mann nicht arbeitet hat Blantyre naemlich wenig zu bieten.
Aber was machen meine Kollegen? Fuer sie ist das ganze wirklich schwierig. Es geht um ihre Existenz und die Ausbildung ihrer Kinder. Ich kann mir echt nicht vorstellen was in ihnen vorgehen muss. Um so weniger kann ich verstehen, warum keiner den Mund aufmacht. Jeder arbeitet Tag fuer Tag vor sich hin und ergibt sich seinem Schicksal. Ich bin die einzige die die Infos irgendwie immer hat (weil ich mit Bryce in Kontakt steh) und auch fleissig immer alle mit dem wichtigsten versorge. Sie solln sich mal so richtig aufregen, damit mal was passiert. Die einzige die mal den Mund auf macht ist Joyce, die Ergotherapeutin und mein mein Supervisor. Aber die Einstellung hier ist teilweise katastrophal. Ich glaube einige koennen gar nicht abschaetzen was das alles fuer Ausmasse nimmt oder nehmen koennte. Anders kann ich es mir nicht erklaeren. Es macht mich wahnsinnig wenn manche nur sagen, “well you know, that’s not logical. They have to do something I’m sure.” Aaaaaah. Natuerlich ist’s nicht logisch, aber es geht ja auch um Macht und Geld. Mann ist das frustrierend.

Jetzt hab’ ich den Frust an euch abgelassen, aber des musste mal raus.
Natuerlich ist hier nicht nur alles aetzend, das hab’ ich ja schon geschrieben. Am Samstag war ich auf einer Geburtstagsparty, eine Poolparty. Sehr witzig. Ich find’s einfach sensationell, dass die Leute hier, egal wie klein das Fest is, immer ‘nen DJ organisieren. War echt lustig. Der DJ hat dann also krach gemacht bis die Boxen durchgeschmort waren. Jemand hatte ‘ne Gitarre dabei und ich hab’ in Nancys Zimmer ‘ne riesige Trommel gefunden. Also rausgezerrt. Des hat mir natuerlich total getaugt. Den andern offensichtlich auch nachdem dann mehr getanzt haben also vorher zum DJ-geschmetter…
So bin ich also doch noch zum Trommeln gekommen, auch wenn Malawi nicht so das Land der Trommeln ist…leider;)

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Halbzeit – 16.10.2008

Es ist kurz vor 8 morgens und ich bin 5 Minuten frueher zur Arbeit gekommen. Neben mir steht Lyson (ein anderer Volunteer) und schaut mir ueber die Schulter. Jetzt hat er seinen Namen gelesen und sich verdrueckt. Brav.

 

Halbzeit. Heute vor 8 Wochen bin ich in Muenchen in den Flieger gestiegen, und morgen in 8 Wochen steig ich in Lilongwe wieder ein. Ich hab’ schon wieder so viel erlebt, so viele Eindruecke gesammelt. Es ist schwer alles zu erzaehlen. Aber ich versuch mein bestes…

Gestern hat die Regenzeit begonnen. Nicht offiziell, aber es gab ein erstes heftiges Gewitter mit ‘nem richtigen Wolkenbruch. Es war richtig schoen. Bei mir im Haus war’s richtig laut, weil das Dach aus Wellblech besteht. Da trommelt der Regen nur so drauf. Eine schoene Atmosphaere. Ausserdem ist heute die Luft richtig angenehm sauber. Jeder hat ja schon mal die Erleichterung, die ein Gewitter nach einem heissen Sommertag bringt, erlebt. Stellt Euch jetzt mal vor, es hat Monate nicht richtig geregnet. Die Luft ist dick, angereichert vom roten Sand. Ausserdem wird ueberall der Muell verbrannt, auch in meinem Garten. Es gibt hier keine Muellentsorgung. Die Abgase der Autos, Busse und Lkws sind auch nicht zu knapp. Die Luft ist also drueckend…und jetzt hat’s geregnet. Juhu!!!
Wahrscheinlich werd’ ich mich in ein paar Wochen nicht mehr so freun ueber den Regen. Wenn’s dann wirklich Regenzeit ist und ich mich wieder nach der Sonne sehne…ich werd’ euch auf dem Laufenden halten…
Inzwischen ist’s kurz nach 8 und die Kinder warten. Ein neuer Tag beginnt
J

 

Der Vormittag ist rum. Heute waren, wie immer Donnerstags, sehr viele Kinder da. So um die 25 fuer 2 Leute. Trotzdem war’s ein guter Vormittag. Es ist auch eine Frage der Ruhe und Einstellung. Vor ein paar Wochen bin ich hier noch fast durchgedreht, als ich alleine in der Turnhalle stand. Heute seh ich’s ein bisschen entspannter. Das heist auch, dass ich meine Ziele etwas anpassen muss. Einige Dinge sind einfach nicht zu realisieren. Jetzt konzentriere ich mich darauf die Therapie gut zu organisieren, dass es auch so weiter laufen kann, wenn ich wieder weg bin.

Morgen Mittag fang ich an die anderen Volunteers ein bisschen anzuleiten. Sie arbeiten ja sowieso mit den Kindern, obwohl sie keinerlei Ausbildung haben. Also geht’s mit ein paar grundlegenden Dingen los. Sie waren heute recht begeistert. Mal schaun wie’s morgen ausschaut.

 

Weiter geht’s,  ich hoer schon des Gschrei aus der Turnhalle…na servus…

 

 

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Arbeitsalltag und mehr

Dass ich so selten ins Internet Cafe komme haette ich nicht gedacht. Deswegen erst jetzt wieder ein kleiner Zwischenbericht wie’s hier so laeuft.

Seit genau 3 Wochen bin ich jetzt in Blantyre, arbeite und wohne hier. Mein Haus wird immer gemuetlicher und ich hab mir gerade Fotos von Zuhause ausgedruckt, die an die Waende kommen. Natuerlich prangt auch schon eine wunderschoene Postkarte von Muenchen ueber meinem Esstisch. ;)
Die bis vor kurzem noch misterioeserweise von innen verschlossene Tuere zum 5.Zimmer ist inzwischen geoeffnet und siehe da, keine Leiche sonder ein Bett und ein Schrank. Jetzt bin ich wirklich fuer Besuch gewappnet:) Ich hab’ sogar ‘nen Kuehlschrank und fast immer ‘n kuehles Bier. (ausser der Strom faellt mal wieder aus…
Das Haus befindet sich auf dem Gelaende von Feed the Children (FTC) und macht fuer mich den Arbeitsweg extrem kurz. Ich kann kaum von ‘nem Weg sprechen. Also kann ich relativ lange schlafen.  Sehr entspannt!

Am Anfang wurde mir gesagt 8.30 bis 12Uhr und 14 bis 16Uhr sind die Therapie=meine Arbeitszeiten.
Meistens war es sogar weniger.
Das hoert sich doch ganz gut an. Einerseits. Andererseits will ich hier ja auch was bewegen und voranbringen. Und dazu braucht man ein bisschen mehr Elan. Offiziell, hab’ ich jetzt herausgefunden, sollen die Kinder mit ihren Muettern um 8-12 und von 13-16Uhr da sein. Und die Therapeuten? hab ich mich gefragt…tja, die sitzen im Buero und warten erst mal ab. Das hoert sich echt heftig an. Ist es auch. Man muss aber immer hinterfragen warum was ist wie es ist. Dass z.B. mein Supervisor (Joyce), die die Leitung der Rehabilitation hat (sie ist Ergotherapeutin), nur 32000MKW =ca.160Euro verdient und sonst nur noch 2 andere Volunteers (ausser mir) da sind, die allerdings keinerlei medizinische o.ae. Ausbildung haben. Dann warten da um 8.40Uhr, wo es dann mal gemaechlich los geht schon ca. 15 Kinder oder mehr. Diese Kinder sind einfach wunderbar. Die meisten leiden unter zentralen Paresen (Hirnschaedigungen) nach Malaria oder Hirnhautentzuendung. die Juengsten sind so 6-8Monate, die aeltesten 17. Aber die meisten sind so zwischwen 1-3Jahre. Schwerst betroffene Kinder die Therapie wirklich noetig haben. Also beginnt mein Arbeitstag jetzt um 8Uhr morgens und endet meistens so um 16.30.  1 1/2 -2h Mittagspause. Die anderen Volunteers ziehen schon mit, mal sehen was mein Supervisor macht…
Ausser der Therapie kommen noch einige Projekte dazu, die nebenbei Laufen. Ich habe die ersten Wochen damit verbracht hauptsaechlich zu beobachten wie hier gearbeitet wird, wie der Ablauf ist und wer fuer was verantwortlich ist. Die letzten Tage war und ich und bin immer noch damit beschaeftigt mir Ziele zu setzten fuer die Zeit hier. Persoenlich Ziele, damit ich am Ende auch sehen kann was ich erreicht hab.
Ich geniesse die Arbeit sehr und auch die Verantwortung die mir uebertragen wurde.
Naechste Woche werde ich anfangen alle Physios in Blantyre zu Kontaktieren um ein Netzwerk aufzubauen und monatlich Treffen einzufuehren. Mal sehen wie das ankommt.

Was ich sonst vom Management ab und zu mitbekomme entwickelt sich hier gerade eine Schlammschlacht zwischen FTC Malawi und International. Das ist extrem unschoen und mich nervt’s ziemlich, aber zum Glueck beeinflusst es meine Arbeit im Moment nicht.

Genug von der Arbeit!
Ich lasse es mir hier schon ganz gut gehen. In die Stadt brauche ich zu Fuss ca. 45Minuten, aber meistens erwisch ich ‘nen Bus und dann dauert’s nur 10. Trotzdem sind die Tage hier sehr kurz, weil’s schon um 18Uhr dunkel is. Wenn ich dann zu Hause sein will schaff ich’s kaum in die Stadt (Internet oder Supermarkt) und zurueck. Deswegen ist das mailen ja auch auf’s Wochenende verschoben. Ausser wenn ich, so wie die letzten beiden Wochenenden, Glueck hab’ auf eine Safari oder zum Malawisee mitgenommen werde.
Es ist hier extrem einfach Leute kennen zu lernen. Sehr viele Auslaender die hier arbeiten, aber auch Einheimische, treffen sich immer Dienstags und Donnerstags im Doogles. Das ist eigentlich ein Backpacker, hat aber ‘ne sehr gute Bar. Und immer Di und Do Happy Hour:)
Also bin ich da auch meistens zu finden (ist ca. 30Min zu Fuss). Zurueck nehm ich manchmal ein Taxi, meistens nimmt mich Brad mit (mein fast Nachbar). Im Dunkeln ist es nicht besonders empfehlenswert hier rumzulaufen. Das nervt mich brutal, aber es hilft ja nix. Dann muss halt ein Taxi her.

Gestern hatte es 33Grad Celsius. Es wird von Tag zu Tag heisser. Und die Drecksmoskitos kommen aus ihren Loechern gekrochen…Die Regenzeit kommt naeher (November,dezember). Seit ich in Malawi bin, das sind immerhin schon 5 Wochen hat’s genau einen Tag geregnet. Sonst immer Sonne, Wind und roter Sand…

Ich geniess es sehr!

Naechstes Wochenende geht’s nach Lilongwe wo ich beim Deutschen Botshafter zu einem Empfang geladen bin (hoert hoert) und uebernachstes zum Malawisee -Lake of Stars (Musikfestival)

Ich hoff’ Euch geht’s allen gut! Lasst mal was hoeren!

Liebe Gruesse,

die Eva

P.S.: Ich sollte wirklich einen Preis fuer besch…timing bekommen. Vor 2 Monaten wurden Gebuehren fuer Visas eingefuehrt und das nicht zu knapp. Ich brauch 2 Verlaengerungen und ein neues Visum, insgesamt 40000MKW = 200Euro. Echt nervig!

P.P.S.: Ich bin nach meiner Adresse hier gefragt worden:

Feed the Children Malawi
Eva Hamilton
P.O.Box 1530
Blantyre
Malawi

Wer mich besuchen kommen will ruft am besten an;)

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Blantyre

So, endlich. Ich bin in Blantyre angekommen. Seit heute bin ich stolze Bewohnerin eines 5-Zimmer Hauses (na gut, von einem Zimmer gibt’s keinen Schluessel und die Tuer is abgeschlossen). Es ist echt super. So viel Platz hatte ich noch nie!
Vom Zeltin dem ich die letzten 2 Wochen gewohnt hab, is des ja wohl eine gewaltige Verbesserung.
Ich hab’ also jetzt genug Platz fuer Besucher!!! Wer will kann gerne vorbei kommen:)))

Mir geht’s richtig gut hier, ich mein in Malawi allgemein.
Zurueck da,
wo sich das Leben so stark auf der Strasse abspielt,
wo ein Fahrrad-Taxi manchmal die einzige Transportmoeglichkeit is (mit Kissen auf dem Gepaecktraeger),
wo die Menschen einen auf der Strasse anlaecheln und Gruessen,
wo fremde Menschen mich eine Stunde lang durch Lilongwe begleiten und mir dabei noch ein bisschen Chichewa beibringen,
wo es schon um 6Uhr abends dunkel ist,
wo die Tage immer heisser werden weil der Sommer bald kommt,
wo die Erde rot ist,
wo ich abends 5 Minuten brauche um meine Beine vom roten Staub zu befreien (trotz  langer Hose),
wo die Kinder mich Mzungu nennen (=weisse) und zur Strasse laufen, wenn wir mit dem Auto vorbei fahren
wo das Internet 5Kwacha pro Minute kostet
wo das Bier auch nicht schlecht schmeckt
wo die Leute richtig gute Parties feiern,
wo die Parties frueh anfangen,
wo ich es geniesse einfach durch die Strassen zu laufen,
wo ich immer erst eine Runde um den Minibus drehe um die Reifen anzuschauen bevor ich einsteige,
wo ich gestern Vormittag 4 mal die Ehre hatte die deutsche Botschaft zu besuchen,
wo ich fast alle Papiere zusammen habe um mich an der “Medical counsil” von Malawi registrieren zu lassen,
wo ich seit gestern in die “Deutschenliste” in Malawi eingetragen bin,
wo ich am 3.Oktober beim Botschafter zu einem Empfang eingeladen bin mit “national dress” (haett ich doch ein Dirndl mitnehmen sollen…),
wo ich seit 2 Wochen blauen Himmel ueber mir habe,
wo die Sterne wieder Kopf stehen,
wo bald eins der beliebtesten Musikfestivals Afrikas am Lake Malawi stattfindet,
wo ich jeden Tag auf’s neue ueberrascht werde,
wo es wie ueberall sehr angenehm ist mit dem Chef befreundet zu sein;)
wo man, wenn man am Strassenrand geht (Gehweg gibt’s oft nicht), auch mal von ‘ner Holztuer gestreift wird, die quer auf ‘nem Fahrrad transportiert wird (AUTSCH!),
wo ich langsam wieder in das relaxte Leben hier eintauche.

Mir geht’s also gut. Wie schaut’s bei Euch aus? Neuigkeiten von Daheim? Ich bin gespannt und freu’ mich ueber Mails!

Bitte schreibt mir nicht ueber Lokalisten oder Facebook. Meistens brauchen die Seiten einfach ewig bis sie hier geladen sind. Also am besten ‘ne e-mail. Danke!

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Nachtrag

Also hier noch mal das ganze, hoffentlich etwas sortierter und besser verstaendlich. Ich hab’ das sehr verwirrend geschrieben. Wahrscheinlich weil ich auch selber verwirrt war. Im laufe der Woche hat sich alles etwas geklaert. Also dieses ganze Projekt hier laeuft ueber “Feed the Children Malawi”. Das Projekt wird schon seit Jahren von Feed the Children international gefoerdert. Seit Januar ist ein Amerikaner in Lilongwe, der “International Country Director”. Er hat hier nachgeforscht und viele Beweise fuer Korruption in den obersten Sitzen von Feed the Children Malawi gefunden. D.h. die Menschen hier bekommen viel weniger als ihnen eigentlich zusteht. Es wurde eine grosse Versammlung abgehalten bei der sowohl Elternvertreter wie auch die Mitarbeiter und der Vorstand anwesend war. Dabei wurde ueber den Status des Projekts – national oder international abgestimmt. Die sehr aufgebrachten Eltern (weil nichts vorangeht und keine Aussage ueber die Zukunft des Projekts vom Vorstand getroffen wurde) haben den Vorsitzenden aus dem Saal gejagt. Anschliedssend wurde abgestimmt. Tja, nur ist es so, dass nur registrierte Mitglieder wahlrecht haben. Es kostet 1000MKW, also ca. 4,50 Euro. Wieviele von den 230 anwesenden Elternvertretern glaubt ihr sind registriet? Genau einer! Der Rest kann es sich nicht leisten. Sie haben trotzdem abgestimmt, fuer international.
Leider ist die Wahl, natuerlich vom Vorstand Malawi fuer ungueltig erklaert worden. Die neue Vorsitzende hat die Presse bezahlt und die hat am Montag und Dienstag fleissig Unwahrheiten geschrieben. Gestern wurde dem international Country Director zum 2.Mal die ARbeitsgenehmigung entzogen, innerhalb von 2 Wochen. Gut, dass hier alles sehr langsam und buerokratisch ablaeuft.
Wir werden sehen was passiert. Ich bin recht entspannt, nachdem ich immer noch fuer ihn arbeite und er so lange weiter macht, bis sie ihn endgueltig aus dem LAnd schmeissen.
Soweit das update. Hoffe davon gibt’s bald bessere Neuigkeiten.

 

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Malawi – EXTREM!!!

Tja, da bin ich also wieder. Unglaublich! Seit 11 Tagen wieder in Malawi und es kann sich wirklich keiner vorstellen was hier los war. Klingt zwar komisch, is aber so!

Im Unterschied zu meiner letzten Ankunft in Malawi musste ich mich diesmal nicht mit nervigen Burschen (mehr auf der Mosambik-Seite) herumschlagen, die Geld tauschen wollten. Nein, das ist der Luxus des Fliegens…

Nickolas, ein Mitarbeiter von Feed the Children, hat eine geschlagene Stunde auf mich gewartet um mich dann direkt am Buero der Organisation in Lilongwe abzusetzen. Dort hab’ ich erst mal kurz die anderen Mitarbeiter getroffen. Von dort ging’s dann weiter zu meiner Unterkunft. Wie angenehm der Sprung in der Pool war…a Traum!
Spaeter ging’s dann zum Essen…ratet mal…chinesisch…
Naja, jedenfalls war der erste Tag super, auch der 2. Tag hat mit einer sensationell stimmungsvollen Party bei einem neuen Freund im Garagenhof (20 Leute+ DJ) geendet.

Am Morgen des 3. Tags begann die Achterbahnfahrt:
Die Bombe ist am Vortag, also am Samstag, geplatzt. Nur wusste ich da noch nichts von der riesen grossen Sauerei…
Die Organisation, fuer die ich arbeiten werde, heisst “Feed the children”(FTC). Sie hat Anfang des Jahres begonnen in ein grosses, schon bestehendes Projekt zu investieren. Sie haben einen Direktor aus den USA geschickt um alles zu koordinieren und zu verbessern. Und sie haben sehr viel Geld reingepumpt. Jetzt werden von Lilongwe aus ca. 600 behinderte und lernbehinderte Kinder und auch die Familien mit Reis, Mais und Vita-Meal versorgt. Zusaetzlich bekommen die Kinder Physiotherapie und lernbehinderte Kinder gesondert Unterricht.
Am Samstag, nachdem ich angekommen bin war hier eine wichtige Versammlung. Der Vorstand hat den Direktor von FTC uebelst beschimpft, als “Bastard” und “fucking colonialist”.
Er kennt alle Angestellten mit Namen (ca.20), sie keinen. Er faehrt ab und zu mit den Therapeuten zu den Kliniken um zu sehen wie es laeuft und was die Menschen brauchen, sie kennen kein einziges Kind. Die stellvertretende Direktorin hatte den Plan naechstes Jahr Ministerin fuer Malawi zu werden. Mit dem Essen, das FTC bezahlt wollte sie sich Stimmen kaufen. Der Vorstand hat den Direktor rausgeschmissen. Damit endete sein Visum naechste Woche. Ein echter Albtraum!
Zum Glueck haben die Menschen, fuer die er das alles tut, verstanden worum es geht. Nach einer langen Woche von guten und schlechten Nachrichten, vielen Gespraechen mit den betroffenen Menschen, Anwaltbesuchen, usw. fand vergangenen Samstag eine jaehrliche Generalversammlung statt, bei der auch 60 Elternvertreter anwesend waren. Was genau da passiert ist weiss ich noch nicht. Jedenfalls haben die Eltern nach 7 stuendiger Versammlung fuer internationalen Status  des Projekts gestimmt. Das bedeutet, der rausgeschmissene Direktor wird  jetzt zum Entscheidungsbefugten. Im naechsten Jahr werden weitere 1,5 Millionen $ investiert werden um das Projekt auch in den norden Malawis auszuweiten. Und ich muss nicht fuer korrupte Dreckssaecke arbeiten, denen die Menschen voellig egal sind, solange sie nur ihr Luxusleben fuehren koennen. Ich hab also eine echte Berg und Talfahrt hinter mir. Was ich gemacht haette wenn die Menschen anders gestimmt haetten weiss ich nicht. Zum Glueck muss ich mir darueber auch keine Gedanken mehr machen. Jetzt laeuft ja alles!

Weil ich ja am Freitag noch nicht wusste wie’s ausgehen wird und ich in Lilongwe eh nichts tun konnte bin ich erst mal an den Malawisee gefahren. Immer wieder Quelle von Energie und Spass. Eine sehr gute Ablenkung!

Seit heute nachmittag bin ich wieder hier in Lilongwe.
Und ich kann ehrlich sagen: “Mir geht’s gut!”

Deswegen musstet ihr euch diesmal ein bisschen laenger gedulden, aber ich glaub’ des is ja verstaendlich.

Am freitag geht’s dann nach Blantyre und am Montag dann los mit den Kids im Reha-Zentrum. Letzte Woche hab’ ich das Team in Lilongwe unterstuetzt und ich sag’ euch ich hab’ mich glaich mal in die Kids verliebt. Wenn ihr die Bilder seht versteht ihr was ich mein. Die Fotos gibt’s leider erst spaeter…aber sie kommen…

Also ich hoff euch geht’s gut! Trinkt’s nicht zu viel am Herbstfest (gell Lissy;) Aber trinkt’s a Mass fuer mich mit. Jeder an Schluck;)

Ganz liebe Gruesse aus Lilongwe,

Eva

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