Heute habe ich auf dem Weg in die Stadt mit einem jungen Malawi gesprochen. Ich werd’ hier oft angesprochen, weil ich einfach auffalle. Meistens sind die Gespraeche ganz nett, manchmal nervig. Meistens verlaufen sie aehnlich. Heute war es ein nettes Gespraech:
- Hey Madame, how are you?
- Fine thanks. And you?
- Gut danke. Wohin gehst Du?
- In die Stadt. Und Du?
- Ich auch.
- Aha. (Da weiss ich dann immer, dass des vielleicht a bissal anstrengend wird. Ich brauch ungefaehr 45 Minuten zu Fuss in die Stadt.)
- Woher kommst Du?
- Aus Deutschland.
- Echt? Wow. Ich moechte auch mal nach Deutschland.
- Ja? Wer weiss was passiert. Man kann’s nie wissen. Vielleicht bist Du in einem Jahr in Deutschland und siehst Schnee.
- (lacht. )
- Hast Du schon mal Schnee gesehen?
-Neine noch nie.
- Siehst Du. Wer weiss was passiert. (Seit Mittwoch gibt’s nen echt effektiven Spruch der fast immer anwendbar ist. Und hier klingt’s auch nicht so komisch, wenn man’s sagt wie wenn ich’s hier aufschreib’)
Wenn ein Mann aus Kenia Praesident der USA werden kann, wieso sollst Due s nicht nach Deutschland schaffen. Und dann siehst Du zum ersten Mal Schnee und denkst an unser Gespraech heute zurueck.
- (lacht.) Ja, warum eigentlich nicht.
- Hey, die wollen Dich mitnehemen. (Ein ziemlich teuer aussehendes Auto hat am Strassenrand angehalten. Wahrnblinker an.)
- Glaub ich nicht. Kenn ich die vielleicht? (Das passiert hier schon mal, dass jemand anhaelt, auch Fremde, um mich mitzunehemen. )
Wir erreichen das Auto, es ist ein Mietwagen. Das Fenster ist offen. Eine afrikanische Familie spricht meinen Begleiter an. Sie wollen ihm eins der Drahtautos, die er ueber der Schulter traegt, abkaufen. Als Spielzeug fuer ihren Sohn. 50MKW.
Ich muss laecheln, wuensche ihm viel Glueck und gehe weiter Richtung Stadt.